FrankFrank Breitengroß - Gesang und Sologitarre

Im Jahr 1960, da war ich zarte elf Jahre alt, bekam ich auf meinem Wunsch hin meine erste Gitarre. Das war so ein kleines häßliches dunkelbraunes Teil. Hat mich erinnert an eine Kleinanzeige im Abendblatt "Sei flott, spiel Gitarre". Nachdem ich ein paar mal in die Saiten gehauen habe und das alles irgendwie ganz schrecklich klang, also so gar nicht wie bei Elvis, wurde das Ding in die Ecke verbannt, wo es bis 1962 ein trauriges Dasein fristete. 
 
Doch dann gab es auf einmal die Beatles. Ein Mitschüler brachte eines Tages die Single "Twist and Shout", Rückseite "Boys" mit in die Schule. Das war einfach der Hammer. Und auf einmal war es unerhört wichtig, ein wenig so auszusehen wie die vier aus Liverpool und das Größte war natürlich womöglich selbst Gitarre spielen zu können.
 
Ihr ahnt es schon, das "Ding" wurde aus seiner Ecke befreit und sein Herrchen ging die Sache nun mit einem ungeheueren Motivationsschub an. Auf zum alten Gitarrenlehrer. Doch der wollte mir doch tatsächlich N O T E N  !!! beibringen. Als ob ich allle Zeit der Welt gehabt hätte. Ich wollte doch nur spielen wie Paul und so wie dieser von den kleinen Mädelchen bewundert und geliebt werden. Also auf zu meinem Cousin Jens. Der ist sechs Jahre älter als ich und spielte schon seit vielen Jahren in einer Dixielandband Gitarre. Der zeigte mir die ersten drei Griffe die zueinander passten und ich gründete eine Band.
 
Meine Eltern schenkten mir zum Geburtstag eine rote "Klira" Brettgitarre. Ich war der Sologitarrist. Unser Drummer prügelte auf einer Trommel vom Spielmannszug, in dem seine kleine Schwester Mitglied war. Der Bassist hatte auch eine Brettgitarre. Eigentlich eine ganz normale E-Gitarre von Hofner.
Er ließ nur die "H" und die hohe "E" Saite weg und stellte sie dumpf ein. Der Rythmusgitarrist hatte keine eigene Gitarre, also hab ich ihm mein kleines dunkebraunes "Teil" geliehen. Die Band-Tonart war "G". Manchmal wagten wir uns sogar an "D" heran. Das waren dann aber schon die progressiven Stücke.
 
Verstärkt wurde alles durch zwei alte Transistorradios mit Diodeneingang. In unserer Hoch-Zeit brachten wir es auf 12 Stücke und durften diese sogar gegen Freibier in unserer Stammkneipe (Beim Seppl) zum Vortrag bringen. Wenn unser kleines Repertoir gespielt war, fingen wir wieder von vorne an.
Soweit der Anfang. Ich will Euch nun nicht damit langweilen, indem ich Euch hier den Rest meiner Lebensgeschichte niederschreibe. Nur soviel, ich bin der Musik treu geblieben und habe seither immer in irgend einer Band gespielt. Anfangs Pop, später dann Rock und Blues.
Seit Mitte der 80ger habe ich mich dem witzigen deutschen Liedgut verschrieben.
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